über Biennophone


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Biennophone ist eine Schweizer Marke, die Radios wurden von A-Z in Biel-Bienne (CH) hergestellt.
Biennophone war eine ersten Schweizer Radiohersteller, zugleich eine der bedeutendsten Schweizer Radiomarken !

Ein interessanter Artikel aus der Zeitung "Der Bund" vom 23.07.2001                          Bericht über die Sport AG von 1948

Etwas zur Firmengeschichte: 

1914 :  Emil Baumgartner (*11.11.1884 †29.10.1953) wuchs in Malleray, einem kleinen Dorf im Berner Jura auf. Er eröffnete als erst 23-Jähriger am 24. Dezember 1907 seine eigene Velohandlung an der Dufourstrasse 19 in Biel im 1914 gründet er in Aegerten bei Biel die Batteriefabrik Sport AG Sport AG Aegerten 

1916 : Emil Baumgartner verlegt den Standort nach Biel. In den Anfängen konnten in der Sport AG etwa 70 Personen beschäftigt werden. Als Grosshandelsfirma vertreibt sie Fahrräder und deren Bestandteile.

1923 : Eigene Fahrrad-Produktion unter dem Namen Helvetic und Selecta, sowie Herstellung von Fahrradbeleuchtungen unter dem Namen Phoebus Phoebus

hier mehr Bilder aus der AnfangszeitSport AG                mehr über Emil Baumgartner --->

1925: Bau eines Grammophons mit Federwerk Grammophone. Als Markenname wird erstmals BIENNOPHONE erwähnt.

1930: So sahen die Aktien damals aus:Aktien 1930 

1931 : In einem Inserat stellt die Sport AG ihren ersten Biennophone Radio vor, das Modell 31 ev. ist es dieses Modell mit der Bezeichnung BI Modell BI in späteren Firmenpublikationen fehlen alle Hinweise auf den Erstling.

1932 : Für den 1931 eingeführten niederfrequenten Telefonrundspruch baut die Sport AG den ersten NF-TR Empfänger BIENNOPHONE Modell 50: Modell 50

1933 : Aufnahme der Produktion von eigentlichen Radioempfängern, mit dem Modell 55 und dem Modell 101 WF als "Superhet". Hier geht's zur Sammlung: Modell 3065

1934 : Die Marke FUNKTON von Messerli in Les Ponts de Martel NE wird in die Sport AG integriert.

1936-38 : Die Marke BIENNOPHONE hat sich gut etabliert, jährlich erscheinen sechs bis acht neue Modelle. Die Geräte zeichnen sich durch einen aussergewöhnlich stabilen Aufbau aus. Neben den Fünf- und Sechsröhrenempfängern gibt es auch ein Spitzengerät mit zehn Röhren. In einigen Modellen war als Feldstärkeanzeige ein so genanntes Schattenmeter eingebaut.

1939 : Für die PTT Schweiz plant die Sport AG eine Anlage für den neu entwickelten hochfrequenten Telefonrundspruch ( HF-TR ).

1940-45 : Die Kriegsjahre bringen grosse Probleme der Materialbeschaffung, die Geräte können erst gefertigt werden, wenn wieder mindestens Röhren für hundert Geräte beschafft sind. Als Markenzeichen wird nun eine Harfe gewählt. In den früheren Jahre gab es verschiedene Logos.
1942 : Als neuen Fabrikationszweig startet die Sport AG die Herstellung von Schreibmaschinen. Calanda CalandaSie tragen den Markennamen Calanda Calanda, wegen mangelhafter Qualität erweist sich das Produkt als Fehlentwicklung. Eine Serie mit kyrillischer Schrift für Russland wird teilweise gebaut. Hier ein sehr interessanter Link mit weiteren Infos zu den Schreibmaschinen.

1947 : Da während dem Krieg der Ausbau des HF-TR-Netzes sistiert war, entsteht nun der erste HF-TR Empfänger Modell 47. Die Sport AG baut verschiedene Geräte für die Armee, so auch ein Kurbelgenerator zu Funkgeräten, mehr dazu gibt es >>hier.


1954 : Die Sport AG heisst nun Velectra SA (zu Foto). Die Produktion von UKW Geräten beginnt. Bald ist die Velectra SA auch Marktführer für HF-TR Empfänger.
1956 : Die Velectra SA versucht ins Fernsehgeschäft TVeinzusteigen und produziert auch eigene Geräte. Nach einigen hundert Stück wird beschlossen keine mehr selber herzustellen.
1959 : Als Eigenentwicklung (von Ingenieur Jürgen F. Hemme) kommt der erste Transistor-Kofferradio FABIO Fabio auf den Markt. Auch einer der ersten Transistorverstärker 5925 wird hergestellt.

1961 : Der Biennophone - CELERINA wird entwickelt. Das speziell für die Schweiz entwickelte Gerät hat getrennte AM / FM - ZF-Filter, es erhält das Prüfzeichen der PTT. 

1962 : Der Kofferradio FABIOLA mit M, L & UKW verlässt die Fabrik. Ein paar Bilder aus den 60er Jahren Velectra Velectra Gebäude 1960 Velectra Gebäude 2016 Velectra

1964 : Auf die EXPO 64 in Lausanne hin entsteht ein neues, hochmodernes Geräteprogramm. So zum Beispiel der Empfänger ZUERICH - STEREO oder der Transistor-Portable TONY mit Autohalterung.


ab 1970 :
Es lohnt sich kaum noch herkömmliche Radios zu bauen, die ausländische Konkurrenz ist zu gross. Seit 1932 verliessen 184 Gerätetypen das Werk ( inkl. NF-TR, HF-TR und Verstärker ).
Die Firma baut nun vor allem hochwertige HF-TR Geräte, teils mit eingebautem UKW-Teil und erobert so den grössten Marktanteil in der Schweiz an HF-TR Geräten. Hier gibt's einige Infos über HF-TR
Das Modell Ceneri 70 OE Ceneri ist der einzige Stereo-UKW-Tuner von Biennophone

1980 /1981 :  ab dem Modell Crans 47-NB werden alle nachfolgenden Geräte mit "knackfreien elektronischen Netzschalter " mit Thyristor versehen   -->hier mehr dazu  

ebenfalls ab diesem Modell Einführung der Diodenmatrix für die Umschaltung der Programme. Davor wurden die HF-Signale direkt über die Schalterkontakte geführt, was sehr oft zu Kontaktproblemen geführt hat. Mit der Einführung der Diodenmatrix, mit 28 Dioden des Typs 1 N 4148, konnte diese Problematik behoben werden --> hier mehr dazu   

1981 : 50 Jahre Telefonrundspruch


1988 : Die Velectra SA gerät in finanzielle Bedrängnis und muss ein Gesuch um Nachlassstundung einreichen, dem Gesuch wird statt gegeben und die Gläubiger erhalten eine Nachlassdividende.

Einer der letzten Schweizer Radiohersteller verschwindet; damit auch die Marke Biennophone.


1988 - ca.1995 :
Die Firma Felix Service SA in Nyon stellt noch ein paar HF-TR-Empfänger unter dem Namen Biennophone her, zum Beispiel das Modell Crans 9010. Sie werden durch die Firma Telanor SA in Lostorf vertrieben.


Auf den folgenden Seiten seht ihr einen kleinen Einblick in meine
Sammlung
Modell 3065 welche zur Zeit über 160 verschiedene Biennophone-Radios beinhaltet. 

Alle Geräte sind voll funktionstüchtig und generell in sehr gutem Zustand.


für mehr Infos

   


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Die Informationen stammen aus privaten Quellen und teilweise aus dem Buch: "RADIOS VON GESTERN" von Ernst Erb, sowie aus dem Vorabdruck vom Projekt "Die Geschichte der schweizerischen Radioindustrie" ( Quelle:CRGS ).

 



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